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Ein Riesenschub für die Aalener Hochschule

Ein neues Forschungsgebäude an der Hochschule Aalen, dazu ein Technologiezentrum Leichtbau in Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit der dortigen Hochschulle für Gestaltung und dem Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie - gemeinsam soll das einmal das neue Zentrum Technik für Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Umwelt und C02-Reduzierung werden. Beim Regio-Win-Wettbewerb des Landes um europäische Regionalfördergelder hat dieser bislang einmalige Ansatz einer Aalener-Schwäbisch Gmünder Zusammenarbeit auf akademischer Ebene voll gestochen: Das Vorhaben ist als sogenanntes Leuchtturmprojekt anerkannt worden.

Und somit ist am Freitag nach Bekanntgabe der Wettbewerbsergebnisse in Stuttgart die Freude in Aalen mindestens genauso groß gewesen wie in der Nachbarstadt Ellwangen. Als zweites Leuchtturmprojekt im Ostalbkreis, das im Rahmen dieses Regio-Win-Wettbewerbs prämiert wurde, soll dort in der leeren Reinhardt- Kaserne eine Europäische Ausbildungs- und Transferakademie für junge Erwachsene entstehen.

„Wir können wahrmachen, was wir angekündigt haben: Wir möchten wieder einmal größere Räder für die Strukturentwicklung dieses Kreises drehen", sagte ein sichtlich zufriedener Landrat Klaus Pavel. Denn erstmals hatte sich der Ostalbkreis als Förderregion alleine mit dem Konzept NIO (Nachhaltige Innovationen im Ostalbkreis) und sechs darin enthaltenen Projekte um die begehrten regionalen Fördermittel der EU beworben. Und er ist mit zwei Leuchtturmprojekten im Vergleich zu anderen, größeren Regionen überproportional zum Zug gekommen, wie Pavel überzeugt ist. „Eiln schöner Tag für den Ostalbkreis", so deshalb sein Fazit.

Forschungsstandort stärken

Das künftige Zentrum Technik für Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Umwelt und C02-Reduzierung soll sich um Themen wie nachhaltige Mobilität, erneuerbare Energien und intelligente Produkte kümmern, um Schlüsseltechnologien wie Leichtbau, Photonik oder Werkstoffkunde. Und es soll damit in erster Linie die Ostalb als Hochschul- und Forschungsstandort und deren wissensintensivere Wirtschaft und forschender und entwicklender Begleiter stärken. Für die Hochschule Aalen soll es Teil jenes Masterplans sein, nach dem ihr Standort weiter ausgebaut werden soll.

Neubau an der Rombacher Straße

Dafür soll in Aalen zwischen Rombacher Straße und Ludwigstraße, auf dem Gartengelände der alten Villa zwischen Studentenhochhaus und Benisch-Hochschulgebäude, ein neues Forschungsgebäude entstehen, angedockt an den bereits bestehenden Labortrakt. Die in Schwäbisch Gmünd anzusiedelnden Teile des neuen Zentrums könnten im Forum Gold und Silber der Landesgartenschau unterkommen, auch eine Ausweitung mit einem neuen Studiengang auf dem Gelände der Hochschule für Gestaltung ist denkbar. Bau und Einrichtung eines solchen Nachhaltigkeitszentrums sollen zwölf Millionen Euro kosten. Fünf Millionen davon sind als EU-Förderung beantragt. Weitere fünf Millionen könnten im Idealfall vom Wissenschaftsministerium und zwei Millionen an Fachförderung kommen.

Bis zum 25. Januar 2016 müssen die Förderanträge für die genehmigten Leuchtturmprojekte beim Land vorliegen. „Wir haben also ein Jahr Zeit für die vollständigen Bauunterlagen", verdeutlichte Pavel. Stadt und Gemeinderat würden voll mitziehen, sicherte Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler zu. Die ersten Termine für eine schnelle Abwicklung des Vorhabens sind zwischen Stadt und Hochschule in den nächsten Tagen und Wochen bereits vereinbart. Die Regio-Win-Entscheidung, so Rentschler, sei nicht nur ein großer Vertrauensbeweis für die Hochschulen auf der Ostalb, sondern auch ein ganz wichtiger Baustein für die Zukunft der Hochschule Aalen. Was auch deren Prorektor Prof. Dr. Hans-Peter Bürkle so sah: „Das ist ein Riesenschub nach vorne bei unseren Forschungsaktivitäten." Die Hochschule habe damit neue Chancen, an Forschungsdienstleistungen für das ganze Land heranzukommen.

„Das trägt auch in Zukunft weiter"

„Dass wir so zueinander kommen, war aus Gmünder Sicht nicht ganz selbstverständlich", räumte der OB der Nachbarstadt, Richard Arnold, ein. Die Stärkung der Hochschullandschaft der Region gelinge aber nur, „wenn wir unsere Kräfte bündeln". Somit könne nun zwischen Aalen und Schwäbisch Gmünd „etwas ganz Neues" entstehen. Und: „So, wie wir jetzt alle zueinander gefunden haben, trägt uns das auch in Zukunft im Ostalbkreis weiter."

 

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