Presseartikel

Aktivposten in großem Netzwerk Heidenheimer Zeitung - 20.06.2017

Aktivposten in großem Netzwerk

Wie kann die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostwürttemberg dokumentieren, dass sie erfolgreich arbeitet? Durch die Zahl an Veranstaltungen, durch die Zahl der Kooperationspartner oder der Kontakte? Entscheident für Geschäftsführerin Dr. Ursula Bilger ist, dass das, was die WiRO zu bieten hat, dem Gegenüber weiterhilft. Insofern ist der von Bilger aktuell dem Kreistag vorgelegte Jahresbericht weniger als nachrichtiliche Information, sondern mehr als Naweis des Bemeühens zu lesen, den Wirtschaftsstandort Ostwürttemberg nach Kräften zu stärken und die hier tätigen Unternehmen zu untersützen.

Nur vier Personen sind die WiRO: Die Tatsache, dass nur vier Personen die WiRO ausmachen (neben der Geschäftsführerin ein Projektleiter, eine Sekretärin und ein Trainee) ist ein weiterer Umstand, der begreiflich macht, dass von der WiRO keine Wunder zu erwarten sind. "Wir machen das, was wir können", meinte Bilger vor den Kreisräten. Wer mehr wolle, müsse auch die personellen Kapazitäten aufstocken. Die WiRO hat über die Jahre gelernt, aus dieser Not eine Tugend zu machen. Weil man als Einzelkämpfer nichts gewinnen kann, sucht man Kooperationen, knüpft man sich in Netzwerke ein. 1800 Unternehmen und Einrichtungen sind heute Ansprechpartner der WiRO. Zum anderen ist man bestrebt, die ganze Bandbreite wirtschaftlicher Themen abzubilden, wohl wissend, dann aber dabei an der Oberfläche bleiben zu müssen. Drei Arbeitsfelder hat sich die WiRO abgesteckt: Dienstleistungen für Unternehmen und Kommunen, Standortmarketing und Standortentwicklung. Alles zusammen hat vergangenes Jahr zu rund 80 "Aktivitäten" geführt, worunter man sich Gesprächskreise, Vortragsveranstaltungen, Fachtage, Netzwerkarbeiten wie durch Messeauftritte vorstellen darf. Ein großer Schwerpunkt war die Neuaufstellung der Datenbank für Gewerbeimmobilien in Ostwürttemberg, welche für Landrat Thomas Reinhardt "um Klassen besser" als ihre Vorgängerin ist. "Das ist gewinnbringend für alle Kommunen." Steigende Resonanz findet laut Bilger der am 14. zum 17.Mal zu vergebende Innovationspreis Ostwürttemberg. Jedes Jahr gingen mehr Bewerbungen ein. Die Ingenia-Foren und Fachtagungen wiederum seien auf einen kleinen Kreis zugeschnitten, hülfen aber seit zehn Jahren vor allem jungen Firmen in Fragen des Patentrechts. Hochschulen gelten des WiRO als wichtige Partner. "Sie sind Kernelemente der regionalen Entwicklung", meint Bilger. Mit der DHBW möchte man den 2016 erstmalig veranstalteten Logistik-Kongress in einem zweijährigen Turnus fest etablieren. Der regionale Holzbautag hat schon ein festes Format gewonnen. Sein Konzept gilt inzwischen sogar als preiswürdig, wie die Beteiligung am Komunalwettbewerb Holz pro Klima dieser Tage bestätigt hat.

Die WiRO ist auch mit dabei, wenn in diesem Jahr das Kreativ-Forum tagt, wenn Kostenlose Orientierungsberatung für Existenzgründer im Bereich der Kreativwirtschaft abgehalten werden oder sich die für die Region zentrale Branche des Maschinenbaus zu Tagungen trifft. Dass die WiRO mit ihrer Entscheidung auf der Expo Real, der größten Messe Europas für Gewerbe-, Rojekt- und Immobilienentwicklung mit einem Stand vertertenzu sein, richtig gelegen hat, lässt sich für Bilger an der wachsenden Schar von Firmen ablesen, welche mit nach München wollen. Am gemeinschaftsstand sind derzeit vier Städte und sieben Dienstleister vertreten. "Wir vergrößern uns jedes Jahr."

Unter der Rubrik Fachkräfteallianz Ostwürttemberg führt Bilger auch die Bemühungen auf, den rund 900 ausländischen Studenten an den vier Hochschulen der Region den hiesigen Raum nahe zu bringen. Derzeit arbeite man daran, für diese an der Hochschule Aalen ein Willkommensbüro einzurichten. Bedauert wird von Bilger, dass sich die IHK aus der Fachkräfte-Werbekmpagne zurückgezogen hat. "Es stehen aber noch mehrere 10.000 € zur Verfügung.

Danke für das Engagement: Knapp eine halbe Million Euro hat die WiRO vergangenes Jahr gebraucht. Die Hälfte für ihre Aktionen, die andere Hälfte für die Personalksoten. Dem Kreistag legte Bilger die Jahresrechnung vor, weil dieser einen Defizitausgleich billigen muss. 26.707 € sind es geworden, welche die Landkreiskasse übernehmen muss. Landrat Thomas Reinhardt sagte Dr. Ursula Bilger und der WiRO "herzlichen Dank fürs Engagement." 


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